27.06.26 –
Mit deutlicher Kritik reagieren die Grünen in Neukirchen-Vluyn auf die Ablehnung der Baumschutzsatzung sowie den Umstand, dass die Vorlage eines Waldkonzeptes im Ausschuss für Tiefbau, Grünflächen und Umwelt am 22.6. nicht zur Abstimmung kam, sondern lediglich zur Kenntnis genommen wurde. Beide Vorlagen der Verwaltung scheiterten an den Stimmen von CDU und SPD.
Für die Grünen ist diese Entscheidung ein schwerer Rückschlag für den kommunalen Klimaschutz und steht im klaren Widerspruch zu den selbst gesteckten Zielen der Stadt. Mit dem Klimaanpassungskonzept und dem Beschluss, Neukirchen-Vluyn bis 2035 klimaneutral zu machen, habe sich der Rat ehrgeizige Ziele gesetzt. Diese müssten nun aber auch mit konkreten Maßnahmen unterlegt werden.
„Wer die Folgen des Klimawandels ernst nimmt, muss auch bereit sein, unsere natürlichen Klimaschützer zu erhalten. Jeder größere Baum trägt dazu bei, unsere Stadt im Sommer zu kühlen, Wasser zu speichern und die Lebensqualität der Menschen zu verbessern. Die Ablehnung dieser beiden Konzepte ist deshalb ein fatales Signal“, erklärt die Co-Fraktionsvorsitzende der Grünen, Alina Böhme.
CDU und SPD begründeten ihre Ablehnung unter anderem mit zusätzlicher Bürokratie, einer möglichen Einschränkung von Eigentumsrechten und der Einschätzung, die Bürgerinnen und Bürger seien bereits ausreichend sensibilisiert und würden ihre Bäume auch ohne Satzung erhalten.
Für die Grünen greift diese Argumentation zu kurz.
„Natürlich setzen viele Menschen sich verantwortungsvoll für ihre Gärten und Bäume ein. Politik darf sich aber nicht allein auf freiwilliges Handeln verlassen, wenn es um den Schutz unserer natürlichen Lebensgrundlagen geht. Eine Baumschutzsatzung schafft klare und faire Regeln und hilft dabei, den schleichenden Verlust wertvoller Bäume zu verhindern“, so Christian Pelikan, Co-Fraktionsvorsitzender der Grünen weiter.
Bäume und Hecken seien weit mehr als ein gestalterisches Element. Sie kühlen ihre Umgebung, spenden Schatten, speichern Wasser, verbessern die Luftqualität und schaffen Lebensräume für Tiere. Damit leisten sie einen wichtigen Beitrag zur Vermeidung von Hitzeinseln in der Stadt und können dazu beitragen, die gesundheitlichen Folgen extremer Hitze für die Bevölkerung zu verringern.
Die Grünen kündigen an, sich weiterhin für den Erhalt von Bäumen, Hecken und Waldflächen einzusetzen und entsprechende Initiativen erneut auf die politische Tagesordnung zu bringen. Denn die Ziele des Klimaanpassungskonzepts und der Beschluss zur Klimaneutralität bis 2035 dürften nicht zu bloßen Absichtserklärungen verkommen. Wer diese Ziele ernst nehme, müsse auch bereit sein, die dafür notwendigen Entscheidungen zu treffen.
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