PM 24.01.2017 - „Radfahren an der Niederrheinallee in Vluyn - wie Fahrradfreundlich ist Neukirchen-Vluyn wirklich?“

24.01.17 –

Im September letzten Jahres gab es im Rahmen der Aktion „Stadtradeln“ zahlreiche schöne Aktionen rund ums Radfahren. Viele Bürger der Stadt beteiligten sich und erstrampelten sich eine achtbare Platzierung im Wettbewerb der Städte. Urbanes Radfahren ist im Aufwind und hat Zukunft. Auf Kurzstrecken wird das Auto seltener genutzt. Pedelecs und auch normale Räder werden steuerlich begünstigt wenn sie für den Weg zur Arbeit genutzt werden. Alles wunderbare Entwicklungen, um unser Klima zu schonen und die Lebensqualität in den Städten zu verbessern. Dafür muss allerdings auch die Infrastruktur geschaffen werden! 

In vielen Kommunen ist dieser Prozess im vollen Gange. Auch das Land baut Alleenradwege auf stillgelegten Bahntrassen oder gar Radschnellwege. Nur Neukirchen-Vluyn liegt noch im Dornröschenschlaf und verschläft diesen wichtigen Teil der Stadtentwicklung! 

Negativer Höhepunkt, der das Desinteresse der Stadt am Thema aufzeigt, ist die Hingabe, mit der die Stadt einen Antrag der Bündnis 90 / Die Grünen vom 23.10.2014 behandelt. Der Antragstext lautete damals: 

„Die Verwaltung wird beauftragt, ein Radwegekonzept entlang der Niederrheinallee L 140 zwischen dem „Vutzkreisel“ und dem Knotenpunkt „Niederrheinallee/Springenweg“ zu erstellen. Dabei soll der Vluyner Platz eingeschlossen sein. Als Grundlage kann das vorgelegte Konzept der Bündnis 90/die Grünen dienen.“ 

Und wurde mehrheitlich im Bauausschuss beschlossen. 

Was dann folgte war ein Trauerspiel. Monat für Monat, Sitzung für Sitzung fragten die Mitglieder des Bauausschusses bei der Verwaltung an, wie es um den Antrag stehe. Jedes Mal wurden sie vertröstet, nichts passierte. Es kam soweit, dass die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen, nach nun einem Jahr - im Bauausschuss am 10.11.2015, eine formelle Beschwerde einreichten. Das nahm die Verwaltung hin und es passierte weiter nichts. 

Erst im September 2016, also nach nun fast zwei Jahren, nahm die Verwaltung das Thema erstmalig auf die Tagesordnung! Mit einem sehr kompetenten Gutachten des Planungsbüros BVS Rödel & Pachan GbR wurde dabei aufgezeigt, dass es sehr wohl möglich – aber auch dringend erforderlich – ist, an der Niederrheinallee mehr für die Radfahrer zu tun. Hätte die Verwaltung in das Konzept der Grünen vom 23.10.2014 reingeschaut, hätte sie bereits damals zu dem gleichen Ergebnis kommen können. 

Wer aber jetzt gedacht hat, dass die Radwege nun endlich kommen, der kennt unsere Verwaltung schlecht. Denn nun gab es nach über 2 Jahren und 3 Monaten eine erstmalige Begehung der Niederrheinallee mit Vertretern von Strassen NRW, der Polizei und Vertretern des Ordnungsamtes. Dabei wurde das Thema - mit den Hinweisen auf einen fehlenden Seite | 2 

 

Unfallschwerpunkt und dass bei Wegfall von parkenden Autos schneller gefahren würde -von Tisch gewischt! 

Die Stadt folgt schlicht der Argumentation. Somit bliebe alles beim Alten. Die Argumentation macht den Eindruck, dass sich die Beteiligten gar nicht mit dem Gutachten befasst haben, denn da wurde bereits auf all diese Punkte eingegangen und diese widerlegt. 

A propos Unfallschwerpunkt: 2015 ist beispielsweise eine Radfahrerin auf der Niederrheinallee schwer verletzt worden. Von vielen Beinaheunfällen mit Radfahrern durch einscherende Autos bei Gegenverkehr berichten Radfahrer, die diesen Weg häufig nehmen. Auch Fußgänger ärgern sich ständig über Radfahrer, die auf den Bürgersteig ausweichen, um der Gefahr übersehen zu werden zu entgehen. Außerdem vermeiden viele Radler auch diese Gefahrenstelle und umgehen die Niederrheinallee auf dem Nord- oder Südring. Von diesen alltäglichen Ärgernissen bekommt die Polizei natürlich nichts mit, da davon ja nichts aktenkundig wird. Muss erst der nächste schwere Unfall passieren bis dort etwas getan wird? 

Es ist dringend nötig, die im Verkehrsgutachten erarbeiteten Maßnahmen endlich umzusetzen, zumal sie nicht einmal mit großen Kosten verbunden sind. Eine zusätzliche Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h würde weiter zur Beruhigung des Verkehrs beitragen. Davon würden auch die Fußgänger die dort häufig die Straße queren sehr profitieren. 

Und es würden alle partizipieren, auch die Geschäftsleute. Parkraum wäre auch weiterhin ausreichend vorhanden. Es würden aber sicherlich wesentlich mehr Leute das Rad nutzen, auch die Fußgänger würden sich sicherer und wohler fühlen. Nur ein paar Autofahrer müssten ein wenig mehr laufen, aber das soll ja sogar gesund sein. 

Wo ist also das Problem? Wir wollen eine Klima- und Fahrradfreundliche Stadt sein. Wir wollen unsere Ortskerne attraktiver machen. Wir wollen alle Verkehrsteilnehmer berücksichtigen – nicht nur die Autofahrer! 

Wir fordern dass der Beschluss des BGU, d. h. dass „ein Radwegekonzept entlang der Niederrheinallee L 140 zwischen dem „Vutzkreisel“ erstellt wird, endlich umgesetzt wird! Denn nach 2 ¼ Jahr ist die Verwaltung der Umsetzung noch keinen Schritt näher gekommen. 

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BGU | Klimaneutrale Mobilität | Pressemitteilung

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